PRESSE (Auswahl)
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EMIL UND DIE DETEKTIVE
Emil aus Ossendorf
In der Comedia
gelingt Erich Kästners „Emil und die Detektive“ unter Frank Hörners Regie als
rasantes und spannendes Drei-Mann-Bühnenstück für Kinder ab sechs, das mit viel
Witz, filmischen Elementen und einer überraschenden Rahmenhandlung nichts vom
Charme der Vorlage einbüßt.
Drei reichlich finstere Gestalten in grauen Einheitspullis
und Jogginghosen betreten die Bühne der Comedia. Unvermittelt stampfen sie
einen martialischen Tanz, begleitet von viel Gebrüll. Die überraschende Rahmenhandlung
der Comedia-Bühnenfassung von Kästners mehr als 80 Jahre altem Roman führt in
die JVA Ossendorf. Dort soll das Stück „Emil und die Detektive“ im Rahmen eines
„Resozialisierungsprogramms“ gespielt werden. Schwerverbrecher und „unser“
Emil, kann das gut gehen? Der Realschüler Emil Tischbein und die Bande Berliner
Gören um „Gustav mit der Hupe“ aus Kästners Kinderbuch ist uns schließlich
generationsübergreifend ans Herz gewachsen, wir könnten fast mitsprechen bei
Sätzen wie dem von Emils Oma: „Ich krieg vor Wut Rheumatismus!“.
Es geht gut und wie! Der Kunstgriff liefert erst einmal eine
schlüssige Erklärung dafür, warum drei Männer weit jenseits der 30 (etwas
jünger ist nur Nils Beckmann als Emil). Darüber hinaus ist so möglich, die
Zuschauer am „Making of“ des Stückes teilhaben zu lassen, und das ist sehr
lustig und spannend. Die drei lassen mit einfachsten Mitteln wie alten
Bürostühlen und Perücken die Geschichte auf der Bühne entstehen, ezählen und
spielen abwechseln (und dann kommen auch alle vertrauten Sätze). Knastklamotten
(übrigens originale) werden, von links auf rechts gedreht, zu Kittelschürzen,
dicken Bäuchen, Umhängen. Das funktioniert so genial, dass man den Parka des
gejagten Diebes irgendwann unheimlich findet, auch wenn gar niemand mehr drinsteckt.
Das großartige Bühnenbild von Brigit Kofmel besteht aus verschiebbaren
Speerholzkästen, aus deren geometrischen Form in rasantem Tempo Häuserfluchten,
klaustophobische Straßenbahnen, Kaffeehäuser, ein Hotel samt Schwingtür werden.
Die rasante, filmhafte Erzählweise der Vorlage ist kongenial umgesetzt, was der
Musik Sebastians Maiers zu danken ist. Die Stummfilm- und Film Noir-Zitate
nehmen die Schauspieler auf der Bühne immer wieder in Tempo und
Bewegungsabläufen auf und verleihen dem ganzen ein elegantes Zeitkolorit.
Manuel Moser, Peter S. Herff und Nils Beckmann sind als
Knastbrüder ebenso glaubwürdig wie in ihren vielfachen Rollen des Stücks im
Stück. Allein Herff, der Emils Kinderbande fast im Alleingang darstellt (wozu
er ständig wie irre mit sich selbst kommunizieren muss) lohnt den
Theaterbesuch. Das Kunststück gelingt, sich zwar immer wieder ironisch zur
Rolle zu verhalten und sie damit vom – doch ja – leicht Angestaubten der
Vorlage zu befreien, sie jedoch nie der Lächerlichkeit preiszugeben. Das lässt
auf der Bühne ebenso viel Raum für Komik wie für Warmherzigkeit.
(AKT Köln Ausgabe 30 / Christina Gath)
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Brillant gelöst
"Emil und die Detektive" in der Comedia Die erste Szene war ein bisschen wie eine personifizierte
Gleichung. Sie lautete etwa so: Drei Männer + ein paar Holzblöcke + x = Emil
und die Detektive. Lösen Sie nach x auf.
Dass muss man erst mal schaffen, einen derartigen Klassiker
mit so wenigen Mitteln zu inszenieren. Dem Comedia-Theater in Köln ist es
gelungen. Es feierte die Premiere von „Parole Emil“, Erich Kästners „Emil und
die Detektive“, und dass sowohl Groß als auch Klein im Publikum begeistert
waren, ergab sich nicht nur aus dem Titel. Die Lösung, die Regisseur Frank
Hörner für die Gleichung gefunden hat, ist x = Kreativität.
Er ließ zum einen die drei Schauspieler mehrere Rollen
darstellen, ohne dass es verwirrend wurde und schaffte es, das Stück lustig und
zugleich anspruchsvoll für die Zuschauer ab sechs Jahren zu machen. Dazu
gehörte eine Rahmenhandlung, aus der heraus die Geschichte von Emil und seiner
Verfolgungsjagd beschrieben wird.
Nils Beckmann, Peter S. Herff und Manuel Moser spielen zu
allererst drei Häftlinge aus der JVA Ossendorf, die Emil und die Detektive in
einem Reintegrationsprogramm einstudiert haben. Die Knastbrüder interagieren
und scherzen mit dem gespannten Kindern in den vorderen Reihen, bevor sie mit ihrer
Emil-Erzählung beginnen. Immer wieder fallen sie im Laufe des Stückes zurück in
ihre Erzählerrollen, was die Inszenierung belebt und für Lacher sorgt. Die als
Bühnenbild dienenden Holzblöcke sind verschiebbar, werden vom Friseursalon zum
Zugabteil (wo Emil von Herrn Grundeis beklaut wird) zur Straßenbahn (wo Emil
den Dieb verfolgt) zum – herrlich gelöst! – verrauchten Straßencafé und
schließlich zur Berliner Innenstadt, wo Emil Gustav und seine Bande trifft.
Das Personalproblem hat Frank Hörner ebenso brillant gelöst:
Durch das geschickte Einsetzen von Requisiten werden aus drei Männern ein
Dutzend verschiedene Persönlichkeiten. Während Nils Beckmann einen durchweg
rührenden Emil mimt, übernimmt Manuel Moser mit viel Charme und Witz den
Bandenführer Gustav und einige weibliche Rollen: Mutti und Pony Hütchen.
Glänzend ist Peter S. Herff in seiner Umsetzung der gesamten Kinderbande.
Mütze, Mundstück und Sonnenbrille reichen aus, und mit Leichtigkeit macht er
innerhalb weniger Augenblicke aus einem Kind vier.
Der Comedia ist eine ungewöhnliche und sehr
sehenswerte Version des Kästner’schen Klassikers geglückt.
(KStA / Köln / V. Schneider)
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Theater ohne Gitter
Wenn Kinder spielen, dann tun sie es mit jeder Faser ihres Herzens. Mit
jedem Knochen, den sie im Körper haben - und mit jedem Fünkchen Verstand, das
sie besitzen.
Ihr Aufenthaltsort ist uneingeschränkt: die gegebene Situation. Wenn sie da
aussteigen, dann nur, um zu erzählen, wie die Geschichte weitergeht, um sich
gegenseitig Anweisungen zu geben. Oder weil sie mal eben kurz maulen und ihre
Kräfte messen, weil sie unbedingt eine Erkenntnis offenbaren wollen, oder weil
sie eine Forderung, einen Wunsch an ihre Spielpartner formulieren.
Sie sind im Einklang mit sich und der Welt, sie sind in ihrem selbst
erschaffenen Universum und fließen konstant, ohne inneren Zensor, durch dieses
Universum. Sie spielen und funktionieren; und mit einem Gefühl der
Unendlichkeit im Bauch, erreichen sie den beneidenswerten Zustand einer
befreiten und tiefen inneren Zufriedenheit.
Regisseur Frank Hörner zieht alle Register, in denen Kinder sich am besten
aufgehoben und verstanden fühlen, um sie ebenso wie das große Publikum in die
Welt von Emil Tischbein hineinzulocken. Mit klarem Blick lässt er seine
wunderbaren Schauspieler in dem Kinderstück „Emil und die Detektive“ von Erich
Kästner agieren. Nils Beckmann etwa ist perfekt besetzt in der Rolle des Emil
und des Erzählers. Manuel Moser sorgt mit umwerfender Komik und in spröder
Nüchternheit für die bedrohlichen als auch die unbedarften Töne. Peter S.
Herff ist mit liebevoll ausgearbeiteter Divergenz, Timing und Können
unter anderem zuständig für alle Mitglieder der Bande von Gustav, dem Berliner
Jungen.
Es wird verfolgt, gejagt, gewachsen, es wird absurd geturnt, sich bewegt. Es
wird maßlos übertrieben, und mitunter bis zur Unkenntlichkeit gesteigert. In
der „verspielten“, spannenden Musik (Sebastian Maier), der Bewegung, der
Stimmung. Eine dichte, sich rasant entwickelnde und magnetisierende
Inszenierung mit ebenso rasant und effizienten, offenen Kostümwechsel und
Umbauten. Das kleine Publikum wird sicht - und hörbar auf Trab gehalten, es
scheint unentrinnbar ausgeliefert zu sein - dem „Augenblick des Moments“ und
dieser spannenden Detektivgeschichte.
Der 12 jährige Emil Tischbein wird aus seiner Kleinstadt mit 140 Mark in der
Tasche von seiner Mutter zu seiner alten Großmutter nach Berlin geschickt und
im Zug ausgeraubt. Weil er selbst Zuhause etwas ausgefressen hat, traut er sich
nicht, sich an die Polizei zu wenden, sondern verfolgt den Dieb auf eigene
Faust, quer durch die Stadt. Dabei trifft er auf den Berliner Jungen Gustav und
seine Bande, die ihm bei den Ermittlungen zur Seite stehen. Es gelingt den
Jungs schließlich, den Dieb in einer Bank zu stellen und zu überführen.
Das raffinierte und sehr bewegliche Bühnenbild von Birgit Kofmehl - „alles aus
Holz“ kommentiert trocken einer der Akteure beim Draufklopfen - bewährt sich
nicht nur durch Humor und Wandelbarkeit. Es trägt durch seine Beschaffenheit
maßgeblich zur Atmosphäre und Milieuschilderung bei und schafft zur Faszination
der Kinder, durch seine Vielnutzbarkeit auch die Voraussetzung zu einer Handvoll
bezaubernder Momente einer „Screwball“-Komödie. Phantastisch ist außerdem, was
man mit nur zwei Bürostühlen, einer Niki-Jacke und ein paar Perücken alles
erschaffen kann. Absolut Sehenswert.
(Südstadt.de / Köln / Isabel Hemming)
_______________________________________________________________ Emil und die Knackis
Pralle Inszenierung des Klassikers von Erich Kästner
Will man bewährte Geschichten neu und frisch erzählen, muss man sie
konsequent umkrempeln. Wie lieb haben wir doch den braven Emil gehabt, der so
tapfer mit seiner Mutter zusammenlebte, die in ihrem Friseurladen in der
Provinz jede Münze ein halbes Dutzend Mal umdrehen musste, bevor sie sie
ausgeben konnte. Ausgerechnet diesem netten Jungen wird im Bahnabteil auf der
Fahrt zu seiner Oma in Berlin von einem Mitreisenden das Geld geklaut. Aber die
Kinder in Berlin, allen voran Gustav mit der Hupe und Kusine Polly Hütchen mit
dem Fahrrad, helfen Emil, den fiesen Dieb zu stellen, der das Geld, dass sich
Emil und seine Mutter vom Munde abgespart haben, letztlich wieder herausrücken
muss.
Eine Geschichte, die ans Herz geht, das wusste Erich Kästner, als er
„Emil und die Detektive“ schrieb, aber was ist, wenn diese Geschichte von drei
schweren Jungs aus der JVA in Köln-Ossendorf erzählt wird? Dann ist jegliche
Sentimentalität vom Tisch und die ganze Geschichte erzählt sich mit doppeltem
Boden. Ein toller Schachzug von Frank Hörner, der eine Fassung von Marion
Firlus in der Comedia mit Nils Beckmann, Peter S. Herff und Manuel Moser
präsentiert. Es geht gleich zu Beginn ruppig zu, wenn sich die Knackis
lautstark vorstellen.
Wer denkt, die Kinder würden sich davon beeindrucken lassen, stellt überrascht
fest, dass die jeden Zwischenton verstehen und lachend auf den martialischen
Auftritt der drei Machos antworten. Emil ist eben ein Kinderkrimi, deshalb
gehört die handfeste Gangart dazu. Die Inszenierung vermag mit Hilfe der
Musik-Collage von Sebastian Meier die Stimmung behende zu wechseln, Komik und
Slapstick werden durch Spannung oder atmosphärische Momente gekontert. Man soll
spüren, dass sich das Abenteuer um Emil und die Kinder in einer Metropole
abspielt. Die Musik lässt denn auch alles eine Nummer größer erscheinen.
Wunderbar agieren die drei Schauspieler, Nils Beckmann hält als Emil den
Kontakt zu den Kindern, Manuel Moser sorgt für die dunkle Grundierung und die
schrillste Komik, Peter S. Herff spielt alleine alle Bandenmitglieder von
Gustav. Motive und Effekte greifen ineinander, so dass eine pralle Inszenierung
entsteht. Jede Szene wartet mit überraschenden Ideen in einem Bühnenbild von
Brigit Kofmel auf, das variabel und zugleich pointiert vom Hausdach bis zum
Hotel-Lift genutzt werden kann. Das eigentliche Thema hinter der sauber
erzählten Romanhandlung ist denn auch das Theatermachen selbst. Wie wird
erzählt? Das ist die Frage, die Kinder und Erwachsene beschäftigt und die mit
jedem Auftritt Antworten findet, die kleines wie großes Publikum entzücken.
Jede Inszenierung in der Comedia besitzt derzeit Charakter, dieser „Emil“ von
Frank Hörner bietet mit seiner Professionalität, seinen reichen Ideen und dem
zielsicheren Witz besonders nahrhafte Theaterkost.
(Choices / Köln / Thomas Linden)
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EINE ODYSSEE
Die Irrfahrt führt zum Ziel „Eine Odyssee“ nennt Ad de Bont hat Kölns Comedia eröffnet. Dort hat man sich für eine aktuelle Version der Mutter aller Geschichten zur Einweihung des neuen, prachtvollen Hauses in der Vondelstraße entschieden.
Auch auf dem Olymp nichts als Baustellen. Zeus stößt sich fluchend den Kopf, weil er wieder einmal vergessen hat, den Schutzhelm aufzusetzen. Entsprechend gereizt ist die Stimmung, Sohn Hermes lümmelt untätig herum, und Tochter Athene kommt wieder einmal mit Sonderwünschen. Odysseus soll von seinen Irrfahrten erlöst werden und den Heimathafen in Ithaka ansteuern dürfen. „Eine Odyssee“ nennt Ad de Bont seine Version von Homers Dichtung, es ist halt „eine“ Möglichkeit, diese Geschichte zu erzählen - und zwar eine sehr vergnügliche.
In der Comedia hat man sich für eine aktuelle Version der Mutter aller Geschichten zur Eröffnung des neuen, prachtvollen Hauses in der Vondelstraße entschieden. Immerhin eine Produktion über zweieinhalb Stunden, ungewöhnlich für ein Stück, das vor allem jugendliches Publikum anlocken soll. Doch Frank Hörner und sein sehr gut aufgelegtes Ensemble (Nils Beckmann, Till Brinkmann, Hanno Dinger, Peter S. Herff, Eva Horstmann, Anja Jazeschann, David N. Koch) stemmen diesen Kraftakt. Es wird viel geschmunzelt und gelacht über den Zoff zwischen den Welten oberhalb und unterhalb des Olymp. Wobei die gehobene Etage wesentlich gelungenere Passagen bekommt als die allzu ernst geratenen Menschen. Wenn die Götter aber zugange sind, sprüht die Inszenierung Funken. Etwa im Bruderstreit zwischen Zeus (Till Brinkmann) und Poseidon (Peter S. Herff), der herzhaft erzürnt ist, weil Odysseus seinen Spross, den einäugigen Riesen Polyphem (ebenfalls Peter S. Herff) geblendet hat. Eine glanzvolle Sequenz, die fast ohne Requisiten, nur mit einem Tisch und einem Bleistift, eine so dramatische Geschichte wie die Überwältigung des Riesen packend erzählt.
Immer wieder gelingt es, Episoden der Irrfahrt originell in Szene zu setzen. Da verdreht Kalypso dem schiffbrüchigen Odysseus mit Salzstangen und schwingendem Hinterteil die Sinne und kann ihn doch nicht auf ihrer Insel halten. Mitunter rutscht man etwas in den Klamauk ab, aber das Timing passt. Und Hörner findet die richtigen Bilder. Mal sind es die Nymphen, die sich als aufgekratzte Teenies gebärden, oder die Sirenen, die als mopsiges Strandballett dem Helden die Sinne zu rauben versuchen. Auch wenn diese Odyssee das Theater ästhetisch nicht aus den Angeln heben will, liefert sie doch das verlockende Angebot, sich lustvoll Geschichten von den Begierden erzählen zu lassen, und zwar so, dass unsere Gegenwart in den alten Konflikten wiedererkannt werden kann. Auch dieser Start in eine neue Zeitrechnung ist der Comedia gelungen, klar, dass es dafür viel Beifall gab.
(Kölnische Rundschau)
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Sahnesprühendes Wasserballett
Als allererstes Stück im neu eröffneten Haus der „Comedia Colonia“ in der Südstadt läuft bis zum 9. September „Eine Odyssee“, die Parodie auf das griechische Klassiker-Epos. Der Autor Ad de Bont vermenschlicht Homer zum flapsigen, kurzweiligen Jugendstück. Wer so ein glänzend neues, im besten Sinne repräsentatives Haus sein Eigen nennen darf, wie die Kölner Comedia, der will natürlich nicht kleckern. Und deshalb muss es zur Eröffnung des neuen Kinderkulturhauses in der südstädtischen Vondelstraße eben „Eine Odyssee“ sein, und deshalb darf ein Jugendstück (ab 12 Jahren empfohlen) ausnahmsweise auch mal epische zweieinhalb Stunden in Anspruch nehmen. Zum Glück fiel Frank Hörners Inszenierung von Ad de Bonts Homer-Bearbeitung frisch, kurzweilig und bestimmt nicht staatstragend aus. Odysseus (Hanno Dinger) ist hier vor allem der abwesende Vater und Ehemann, die Intrigen der Götter und die Auseinandersetzung zwischen Odysseus Sohn Telemachos (Nils Beckmann) und dem Penelope-Verehrer Antinoos liefern den Plot, die bekannten Stationen der Irrfahrt werden mit einfachsten Requisiten - ein Bleistift, ein Klappstuhl genügen - anschaulich nachgespielt.
Vermenschlichter Mythos
Was heißt hier anschaulich, das bereitet größtes Vergnügen, wenn sich der einst listige jetzt gründlich ausgelaugte Held und die Nymphe Kalypso (Eva Horstman) bekakeln oder wenn die Sirenen als sahnesprühendes Wasserballett auftauchen. Das Bühnenbild ist eine Baustelle, in Anlehnung an das gerade erste fertig gestellte Theater. In der ersten Etage streiten sich die Götter. Zeus (Till Brinkmann) ist der überforderte Vater, Pallas Athene (Anja Jazeschann) und Hermes (David N. Koch) die fordernden Kinder, Poseidon (hervorragend: Peter S. Herff) der übel gelaunte Onkel. De Bonts Version der abendländischen Grundfeste ist schlank und flapsig, sie vermenschlicht den Mythos, sie verkleinert ihn nicht. Ab und an wünscht man sich, der Regisseur Frank Hörner hätte ästhetisch immer so entschieden zugegriffen wie beim actionträchtigen Duell zwischen Zeus und Poseidon, das den irdischen Kampf zwischen Odysseus und seinem Nebenbuhler widerspiegelt. Sehr schön auch der unerwartet wehmütige Schluß, der Odysseus und Penelope am Ende ihres gemeinsamen Weges zeigt. Schön, wenn Geschichten zu Ende erzählt werden. Noch schöner, wenn sie einen Neuanfang, wie hier in der Vondelstraße, markieren.
(Kölner Stadt-Anzeiger)
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HERR FUCHS MAG BÜCHER
„Haste mal ´n Buch?" Herr Fuchs ist wahrlich auf den Hund gekommen. Jetzt muß er schon im Publikum betteln gehen, um seinen unersättlichen Hunger auf Bücher zu stillen! Gertrud Pigors tierischer Krimi, uraufgeführt in der Comedia, erzählt die Geschichte eines Literaturfeinschmeckers, bei dem die Liebe durch den Magen geht. Seite für Seite verschlingt Herr Fuchs Bücher - und das ist wörtlich zu nehmen. Er toastet sie, dreht sie durch den Fleischwolf, verspeist sie als Omelette. Natürlich wird er davon schlau. Fassungslos müssen die Bibliothekarin Karin und ihr Gehilfe mit ansehen, wie die Bestände dahinschmelzen, seit Herr Fuchs bei ihnen Kunde ist.
Pigor inszeniert ihre potenziell etwas papierende Geschichte mit lustvoll wortspielenden Liedern und knackig choreografierten Tänzen. Dirk Riethmüllers Ausstattung ist fein durchdacht und glänzt mit fantastischen Einfällen.
Die Rolle des Bücherfuchses ist ideal besetzt mit dem symphatisch ausgefuchsten Charles Ripley, auch Evelyn Tzortzakis und Peter S. Herff laufen zu großer komödiantischer Form auf. Obwohl die Geschichte hier und da noch etwas Straffung vertrüge: Es ist ein meisterliches Kindertheater, das Appetit auf Bücher macht!
(Kölner Stadt-Anzeiger)
Zugleich ist Pigors Inszenierung ein Musical; eine gute Idee angesichts der zahlreichen Wortbilder, die sich durch die übliche sprachliche Verbindung von Literatur und Kulinarik einfach anbieten. Dass der Fuchs mit Stapeln von Büchern verschwindet oder hinter den Regalen wildert, bereitet den Kindern großen Spaß. Atmosphäre und Handlung sind schön aus den Biermann-Illustrationen auf die Bühne gelangt, was keine leichte Übung darstellt. Das Spiel mit Buchstaben und Schrift, der lockere Umgang mit dem Buch als Gegenstand, ist eine wunderbare Werbung fürs Lesen.
(Kölnische Rundschau)
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DER FEIND BIST DU
Junge gegen Alte
„Aufstand der Jungen! Im Februar 2008 ist es soweit: Ein Schauspieler wendet sich von der Bühne der Comedia an die Jugendlichen in den ersten Reihen und ruft sie zur Revolution auf. ... Kai Hensels Stück „Der Feind bist du“ ist keine Satire, sondern bitterer Ernst – und eine Provokation für alle Generationen. „Deutschland ist ein sinkendes Schiff, die Rettungsboote randvoll mit Rentnern“, so wendet sich die Hauptfigur, der Abiturient Tim, an seine Altersgenossen. ... Die wachsende Aggression und Gewalt gegen Alte, auch die Aggression der Jungen untereinander, die sich vor ihrer Zukunftsangst in Betäubung durch Medien und Drogen flüchten – das ist eine soziale Realität, die „Der Feind bist du“ rasiermesserscharf analysiert.“
(Kölner Stadt-Anzeiger)
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Duell der Selbstgerechten
Mit dem Stück „Der Feind bist du“ endeten gestern die Spielarten im KOM’MA-Theater. Ein großartiger Schlusspunkt.
Einst hat er wohl selbst auf den Barrikaden gestanden. Zumindest hätte er es gerne. Heute kämpft er an seinem alten Flipper um die Weltherrschaft. Sven Reimers ist Lehrer, ein beliebter Lehrer, Tims Lieblingslehrer, weil er Reimers glaubt, was er sagt. Deshalb taucht der 18-Jährige auch eines Abends bei Reimers auf, um ihn in seine Pläne einzuweihen. In den Untergrund will er abtauchen, mit seiner Freundin Juana, um das System gewaltsam zu ändern, um die Vorherrschaft der Alten zu zerstören, die ihr unnützes Leben auf Kosten der jungen Generation und deren Zukunft verlängern. So jedenfalls sieht es der junge Protagonist in Kai Hensels Stück „Der Feind bist du“, mit dem gestern das „Spielarten-Festival“ zu Ende ging. Ein großartiger, gleichwohl beklemmender Schlusspunkt, den das Ömmes & Oimel-Theater aus Köln setzte.
Raffiniertes Bühnenbild
Reimers ist keineswegs gewillt, seinem Lieblingsschüler zu folgen, Teil dessen „Bewegung“ zu werden. Sein Ziel ist die Schulleitung, die Krönung seiner Karriere, jetzt zumal, wo er an Parkinson leidet, was niemand weiß. Außer Tim, der Reimers mit diesem Wissen auf seine Seite zwingen will. Es ist ein Duell der Selbstgerechten zwischen dem ungeliebten Musterschüler und dem beliebten Lehrer, zwischen dem Ex- und dem Möchtegern-Revoluzzer. Eine Schlacht mit Worten um Anerkennung, deren verbale Waffen im Verlauf der Auseinandersetzung immer schärfer, tödlicher werden.
Peter S. Herff (Reimers) und Florian Seigerschmidt (Tim) schaffen sich in der kammerspielartigen Inszenierung von Ulrike Stöck derart in ihre Rollen rein, dass der Generationenkonflikt, den der Alt-68er-Lehrer und sein Schüler miteinander austragen, eine ungeheure Intensität entwickelt. Unterstützt von einem ebenso schlichten wie raffinierten Bühnenbild: ein großes Fenster, an dem unablässig der Regen zerrinnt wie die Zeit und das Leben der Duellanten. Dass Seigerschmidt seine demagogischen Reden direkt ans Publikum richtet, mitten drin stehend seine aufrührerischen Tiraden ablässt, ist ein zwingendes, aber legitimes Mittel, die Aufmerksamkeit zu bannen. Dem kann sich das Publikum kaum entziehen, auch wenn es einigen der Jungen nd Mädchen sichtlich unangenehm war, dass die Darsteller ihnen damit den Sicherheitsabstand zur Bühne entzogen. Auch das muss man zuweilen im Theater aushalten.
[…] ein Stück, das voller Zündstoff steckt.
(Duisburger Nachrichten)
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DIE NIBELUNGEN
Letzter Kampf in Etzels Burg Gelungen: Ömmes & Oimel entschlackt "Die Nibelungen"
"Fünf Männer und Frauen verteilen ihre Rollen. Die Blonde (Martine Schrey) spielt Krimhild, die Brünette (Eva Horstmann) Brunhild, der muskulöse Glatzkopf (Till Brinkmann) scheint wie gemacht für die Rolle des Hagen von Tronje, der große Schlacks (Sven Heiss) ist Siegfried, und die Rolle des schwachen, windigen König Günther übernimmt der Kleinste (Peter S. Herff). Ein gelungener Beginn für "Die Nibelungen" von Ömmes & Oimel in der Comedia. Gelungen, weil Regisseur Rüdiger Pape zeigt, dass nur ein wenig Äußerlichkeit genügt, um für einen Charakter qualifiziert zu sein.
Ganz unpsychologisch nähert man sich dem Stoff und wickelt ihn dann über die Handlung ab. Theater für Menschen ab zehn Jahren ist das, allerdings auch für Erwachsene, denn man erhält eine schöne Lektion in der Kunst des Geschichtenerzählens. Unprätentiös nimmt das Ensemble die Sage auseinander, schaut auf das, was für die Handlung von Belang ist. So entschlackt lassen sich auch archaische Gefühle wiedererkennen: Neid, Missgunst, Machtgier und die Vergötterung der Kraft, das sind die Eisen, aus denen diese mittelalterliche Sage geschmiedet ist.
Das Ensemble in der Comedia spielt durchweg stark, sie alle verstehen sich auf ironische Zwischentöne und zeigen rückhaltlosen Ernst, wenn man sich im Finale, in König Etzels Burg, gegenseitig auslöscht. [...]
So kann man "Die Nibelungen" wieder interessant machen."
(Kölnische Rundschau)
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DIE REISE NACH BRASILIEN
Menuett der grauen Postler Catharina Fillers zeigt in der Comedia eine lustvolle "Reise nach Brasilien" des Russen Daniil Charms
"[...] Da gibt es keine runden Formen und leuchtenden Farben, wie sie sonst oft das Kindertheater dominieren. Stattdessen sieht man Kolja (Peter S. Herff) und Petja (Klaus Ebert) in blaugraues Dämmerlicht getaucht, ihren Dienst in einer Postumschlagsstelle verrichten - uniformiertes Industrieproletariat. Wenn es auf der Kinderbühne je eine treffende Darstellung entfremdeter Arbeit gab, dann hier.
Kolja und Petja bringen die Post zum Tanzen: die automatisierten Vorgänge des Sortierens und Abstempelns verwandeln sie in ein graziöses Menuett. Und Kolja träumt: Er will nach Brasilien. Der Skeptiker Petja muss mit, und auch wenn ihm die Palmen wie Kiefern erscheinen, die Kolibris wie Spatzen - irgendwie ist er doch traumhaft schön, Koljas Tropenwald. [...]"
(Kölner Stadt-Anzeiger)
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UNTER TAGE
Ein Raum voller Erinnerungen
Die Aufführung von Adnan Köses Stück „Unter Tage“ in der Schwarzkaue der Zeche Lohberg beschert einen sehr bewegenden Theaterabend. Die kraftvolle Präsenz der Darsteller fesselt.
Die drei wichtigsten Fragen: Hast du schlimm gefroren? Übt der verlassene Zechenraum einen Zauber aus? Hat das Schauspiel dich berührt? In der Schwarzkaue der Zeche Lohberg ist es kalt, natürlich ist es kalt, aber nicht unerträglich mit warmer Kleidung, außerdem liegen schwere Wolldecken und kleine Handwärmkissen am Platz. So lassen sich die zwei Stunden, die die Aufführung von Adnan Köses Theaterstück „Unter Tage“ dauert, ganz gut aushalten. Ansonsten: zweimal Ja. Die Inszenierung ist spannend, das Gesamtpaket mit Knappenchor und Doku-Film vorab sehr stimmig; die Schauspieler spielen furios, mit Pistole in der Hand erschreckend gut im Wortsinn. Und der Raum? Der Raum – kahl bis auf zwei karge Holzbänke – ist die Wucht.
Tickende Zeitbombe
In der Schwarzkaue haben die Kumpel früher, bevor das Bergwerk 2005 schloss, ihre kohlenstaubige Arbeitskleidung in Körben zur Decke gezogen bis zur nächsten Schicht. Die Körbe hängen noch immer da oben, spinnengleich, fürs Theaterspiel rot angeschimmert, wie in stummer Verweigerung: Uns bekommt ihr hier nicht weg. Statt dreckigem Deutschleder tragen sie nun schwer an Erinnerungen. Mit seinem Drama „Unter Tage“, uraufgeführt 2003 auch schon auf Lohberg, leistet Autor und Regisseur Adnan Köse Erinnerungsarbeit. Er hält Rückschau auf den Bergbau an sich, die Geschichte der Gastarbeiter, das Zechensterben. Doch kämpfen seine Figuren nicht allein mit ihrer Vergangenheit als Kumpel, sondern auch mit ihren familiären Verstrickungen und Enttäuschungen. Wenn sie von Großvater oder Vater erzählen, durch einen Lichtstrahl aus Raum und Zeit gehoben, hat die Aufführung ihre stärksten, ihren bewegendsten, ihre rührendsten Momente. Ein klassischer Konflikt am Tag, als die Zeche Lohberg stirbt: zwei Brüder prallen aufeinander, das Gemisch aus ewigem Kräftemessen, Eifersucht auf den Vater, Gezerre um die Geliebte, Angst vor der Zukunft ist explosiv. Thomas ist eine tickende Zeitbombe, mit der Pistole in der blutigen Faust fühlt er sich gut. Der Bruder, Ritchie, ist ein klassischer Zauderer. Den entscheidenden Unterschied zwischen beiden hat Köse in einem Satz aufgeschrieben, den Ritchie zu Thomas sagt: „ich bin auch ein Loser, aber ich zerstöre mich nicht selber.“ Die Freiheit der Wahl, wie sie in „Unter Tage beschworen wird, läuft für Köse nicht auf Zerstörung hinaus, sondern auf Erneuerung. So wie Lohberg sich jetzt als Kreativstandort erneuert. Deshalb hat der Lohberger, der noch selber einfuhr, sein Stück für die Ruhr.2010 wieder aufgenommen. „Unter Tage“ lebt von den drei Hauptfiguren und ihren kraftvollen Darstellern mehr als von der zum Ende hin ein wenig übergroßen Tragödie. Je geisterhafter das Stück wird, desto mehr schwindet die körperliche, bedrängende Präsenz von Thomas, Ritchie und deren Kumpel Kemal. Er, fabelhaft ungekünstelt gespielt von Aydin Isik, räumt irgendwann das Feld für die Abrechnung der Brüder – und lässt eine große Leere zurück. Der Abend beginnt mit zwei Liedern des MGV Concordia Lohberg in Knappentracht. Einer der Sänger erzählt, wie er in der leeren Schwarzkaue noch immer die Stimmen seiner Kumpel höre, „Glückauf, und eine gute Schicht“. Danach läuft ein kurzer, sehr feiner Dokumentarfilm über die Arbeit auf Lohberg, gedreht 2003 von der Niederländerin Jiska Rickels. Minute für Minute verschwimmen Leinwand und Schwarzkaue mehr und mehr ineinander und schließlich ist es, als würden Wörter und Töne aus dem Raum dringen, und die Bilder liefen stumm ab. Sehr sehr lang anhaltender Applaus des Premierenpublikums, stehende Ovationen in der ausverkauften Schwarzkaue. Und ein glücklich lächelnder Adnan Köse.
(Rheinische Post)
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"Unter Tage" überzeugte
Dinslaken. Jahrzehnte lang hat Thomas versucht, es allen recht zu machen. Mit 15 Jahren begann er, wie sein Vater unter Tage zu schuften, um bessere Bildungschancen für den jüngeren Bruder zu ermöglichen. Er heiratete und überschuldete sich, um seiner Familie Haus, Auto und die vermeintlichen Notwendigkeiten der Konsumwelt auf Pump zu kaufen. Er machte sich am Rande des Fußballfelds als Betreuer der Püttmannschaft unentbehrlich.
Jetzt steht er mit der Knarre in der Hand in der Schwarzkaue der Zeche. Vor ihm sein fassungsloser Bruder Ritchie und dessen bester Freund Kemal, dem ein bestimmtes Glitzern in Thomas Augen immer unheimlich war. Zu seinen Füßen, getreten und blutüberströmt, ein Unternehmensberater. Ein Sündenbock in Thomas' Verschwörungstheorien, ein Opfer seiner Aggressionen, die nun alle auf einmal aus dem Bergmann heraus brechen. Als Kind kämpfte Thomas vergeblich um die Liebe und Anerkennung seines Vater. Jetzt kämpfen die Bergleute draußen auf der Straße gegen das beschlossene Aus für die Zeche. Und Thomas ist an diesem 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, zum Amokläufer geworden.
Es war ein düsteres, verstörendes und fesselndes Drama, das Adnan Köse und das Kölner Arkadas Theater dem Premierenpublikum von „Unter Tage” vorgestern in der Schwarzkaue des ehemaligen Bergwerks Lohberg boten. Theater hautnah - nichts trennte die erste Reihe des vom Bochumer Theater Total quasi aus dem Nichts errichteten, leicht ansteigenden Zuschauerbereichs von den Protagonisten, die zu ihren Füßen stritten, litten, verbluteten, sich beinahe zu Tode würgten.
Abgesang auf den Bergbau
Andreas Joachim Hertel (Thomas), in Dinslaken von der Burghofbühne bekannt, spielt den brutalen Amokläufer als Menschen mit verletzter Seele, ein engagierter Verfechter des Bergbaus, der das Publikum in direkter Ansprache zum Arbeitskampf auffordert. Doch der Inhalt solcher Reden ist längst von der Realität eingeholt worden. Die Parolen sind nun Worte eines Irren, Thomas sackt in sich zusammen und sucht einmal mehr bei seinen Tabletten halt.
Das Stück ist der Abgesang eines Sohnes, Bruders, Familienvaters und Arbeiters. Es ist zugleich ein Abgesang auf den Bergbau, dem Köse mit seinem Drama ein Denkmal setzt. Ein großes, imposantes Mahnmal, auf dessen kohlenstaubgeschwärztem Relief die Legende der Heiligen Barbara neben der Geschichte der türkischen Bergarbeiter, die zwischen Träumen und Heimat entscheiden mussten, steht. Das vom Zusammenhalt der Kumpels bekrönt ist und auch ihre treuen Grubengäule nicht vergisst. Dessen Fundament von der Suche nach der schwarzen und der silbernen Kohle einst errichtet und nun von Rentabilitätsrechnungen zersetzt wurde. Das in seiner 100-Jährigen Geschichte nicht nur Familien ernährte, sondern auch so manchen treuen Bergmann unter sich begrub.
„Unter Tage” fesselt durch Emotionen. Wenn Aydin Isik vor den Ketten der Kauenhaken, die wie ein durchsichtiger Vorhang den Blick auf die rot ausgeleuchteten Körbe an der Decke freigeben, ein türkisches Lied singt. Wenn Hertel und Peter S. Herff das „Vater unser” sprechen und letzterem echte Tränen die Wange herab laufen. Zugleich lernen diejenigen im Publikum, die keine Berührung zum Bergbau hatten, eine ihnen fremde Welt aus der jüngsten Vergangenheit ihrer direkten Nachbarschaft kennen.
Das Publikum wurde zu Beginn der Veranstaltung vom „Foyer” Licht- und Lohnhalle zur Schwarzkaue geführt. Es erlebte den echte Arbeitsalltag auf Lohberg in einem Kurzfilm der Holländerin Jiska Rickels. Der MGV Concordia sang Bergmannslieder, ein beeindruckendes Erlebnis nicht nur wegen der Authentizität des Ortes sondern auch wegen der verhallten Akustik der Schwarzkaue. Adnan Köse führte mit dem Vorsitzenden des 1916 gegründeten bergmännischen Chores Jürgen Schüring ein Interview, in dem dieser auch dem „Herzenswunsch” Ausdruck verlieh, die Fördertürme mögen als Landmarken erhalten bleiben.
Ein Stück Ruhrgebietskultur
Später trugen Mitglieder des MGV Concordia dazu bei, die Inszenierung wie eine klassische Tragödie zu beenden. Langer Applaus für einen Stück, das man als ein echtes Stück Ruhrgebietskultur wohl gesehen haben muss in der dem Abriss geweihten, eiskalten Schwarzkaue.
(NRZ Dinslaken)
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"...die Inszenierung ist spannend...die Schauspieler spielen
furios mit Pistole in der Hand erschreckend gut im Wortsinn...und der
Raum? Der Raum - kahl bis auf zwei karge Holzbänke - ist die Wucht!"
"...unterhaltsamer, sehr bewegender Theaterabend..."
"...sehr sehr lang anhaltender Applaus des Premierenpublikums, stehende Ovationen..."
"...ein düsteres, verstörendes und fesselndes Drama..."
"...verletzte Seelen in eisiger Kälte..."
"...Theater Hautnah..."
"...das Stück ist der Abgesang eines Sohnes, Bruders, Familenvaters und
Arbeiters. Es ist zugleich ein Abgesang auf den Bergbau, dem Köse mit
seinem Drama ein Denkmal setzt. Ein großes, imposantes Mahnmal..."
"...unter Tage fesselt durch Emotionen..."
"...langer Applaus für ein Stück, das man als echtes Stück
Ruhrgebietskultur wohl gesehen haben muß in der vom Abriß geweihten,
eiskalten Schwarzkaue..."
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SEIN ODER NICHTSEIN
WDR-Premierenreport: Sein oder Nichtsein
- ideal besetztes Ensemble
- spritzige Komödie mit Tiefgang
- rundum stimmig inszeniert
- beste Live-Unterhaltung
"Ein in allen Rollen ideal besetztes Ensemble präsentiert eine rundum stimmig inszenierte spritzige Komödie mit viel Tiefgang. Zweieinhalb Stunden beste Live-Unterhaltung - Theater wie es sein soll."
5 von 5 Sternen
(WDR Lokalzeit (16.05.2008))
"[...] temporeiche Inszenierung mit spritzigen Wortgefechten und schrägen Figuren"
(Kölner Stadt-Anzeiger)
"Die Inszenierung überzeugt durch Einfallsreichtum und Überraschungseffekte"
(campus-web.de)
"Schrill, passioniert und mit vollem Körpereinsatz"
(Deutschlandfunk)
"Es gibt keine Hänger. Stattdessen wird scharf geschossen. Jeder Lacher trifft. Todsicher."
(Aachener Nachrichten)
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Hamlet und Hitlergruß Temporeiche Komödie des Theater der Keller und des Bauturm-Theaters in Köln
"Die Nazischergen stehen stramm, der „Führer“ erscheint und beantwortet den Hitlergruß unkonventionell: „Ich heil mich selbst.“ Während die Zuschauer in Gelächter ausbrechen, stürmt der Regisseur die Bühne und fährt dem Schauspieler in die Parade. Dessen Kollege Grünberg aber weiß: „Einen Lacher soll man nie verachten.“
Die Eröffnung ist fast eins zu eins aus Ernst Lubitschs Filmkomödie „Sein oder Nichtsein“ (1942) übernommen und macht in Rüdiger Papes Inszenierung kurzen Prozess mit einer alten Debatte. Über Hitler lachen? Dass man das darf, darüber besteht heute ein breiter Konsens. Dass man kann, zeigen schon die ersten Minuten im vollbesetzten Millowitsch-Theater in Köln. Souverän zurrt Pape die verschachtelten Handlungsebenen zusammen: Die Satire um eine polnische Theatergruppe, die 1939 eine antifaschistische Farce probt, auf den „Hamlet“ ausweichen muss und schließlich nach allen Regeln der (Bühnen)- Kunst die Gestapo austrickst, ist vielschichtig. Neben der Entlarvung von Naziritualen als faulem Zauber steht das Lustspiel um Josef und Maria Tura, den Ensemble-Stars, deren Ehe durch einen jungen Verehrer ins Schlingern gerät. Und, klar: Der Stoff bietet reichlich Gelegenheit, Empfindlichkeiten und Größenwahn der Theaterwelt aufs Korn zu nehmen.
Eine von vielen guten Regieeinfällen ist es, den Galan Marias (überzeugend: Tobias Licht) im Publikum zu platzieren. Hier verharrt er still, bis auf der Bühne Josef (großartig: Georg B. Lenzen) im albernen Hamlet-Kostüm mit dem Schädel in der Hand zum berühmten Monolog anhebt, und drängelt sich dann hinaus - was den Mimen zutiefst erschüttert. Überhaupt nutzt Pape auch den Zuschauerraum für sein Spiel-im-Spiel, lässt die Darsteller hier und dort auftauchen und durchbricht so die klassische Illusionstheatersituation, die er zugleich durch ein aufwendiges Bühnenbild (Petra Buchholz) und zahlreiche Wechsel der detailgetreuen Kostüme (Regina Rösing) gezielt aufbaut.
Mit der üppigen Ausstattung und einem starken, vierzehnköpfigen Ensemble plus drei fabelhaften Musikern ist die gelungene Kooperation der freien Häuser Keller und Bauturm - deren Leiter als „Höllenhunde“ der SS einen amüsanten Kurzauftritt bekommen - im Volkstheater nicht nur aus logistischen Gründen am richtigen Ort. Er unterstreicht das Boulevardeske der temporeichen, zweieinhalbstündigen Inszenierung mit ihren spritzigen Wortgefechten und schrägen Figuren wie dem von Pelle Pershing herrlich hyperventilierend gespielten Garderobier Sascha.
Nach der Pause, als das Spiel von Dirk Bachs schrill überzeichneter Karikatur „Konzentrationslager-Erhardt“ und dessen Blitzableiter „Schuuulze“ (Jonathan Briefs) dominiert wird, wechselt der Grundton ein wenig zu stark ins Slapstickhafte. Lacher - darauf scheint es dieser Produktion anzukommen - sind eben nicht zu verachten, wenn man dem Grauen beikommen will.
Stürmischer Premierenapplaus."
(Kölner Stadt-Anzeiger)
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VANJA
„Vanja“ als musikalisch aktualisierte Adaption, in einer schauspielerisch imposanten Form in der Studiobühne Köln
Wie bei Shakespeare: auf seiner Bühne gab es kein Bühnenbild, die Ausstattung ersetzten die Schauspieler durch ihre Sprachmacht. In Hiltrud Kissels Interpretation von Chechovs „Onkel Vanja“ in der Kölner Studiobühne sind die einzigen Requisiten neun Wodkaflaschen, Plastikstühle und ein Klavier. Wie bei Beckett: In „Vanja“ nach Chechov passiert nichts. Es gibt keine Handlung, ausser dass sich sechs Menschen betrinken. Zunächst nur die Männer, dann auch die Frauen. Alle zusammen sind sie „auf der Suche nach dem richtigen Leben, mitten im falschen“. Wie bei Pinter: Es ist gerade nicht die „Unterklasse“, die sich perspektivlos betrinkt. Es sind die erfolgreichen Akademiker und ihre Gespielinnen – aus reiner Langeweile saufen sie, aus Angst, „langweilige Nebenfiguren ihres eigenen Lebens“ zu sein.
„Vanja“ als musikalisch aktualisierte Adaption, in einer schauspielerisch imposanten Form. Tosender Premierenapplaus.
(Kölner Stadt-Anzeiger) _______________________________________________________________
ENDSPIEL
Eine Freude und ein Gewinn
"Ende. Es ist zu Ende", sagt Clov vor dem noch geschlossenen Vorhang. Und mein Sitznachbar fragt, ob wir ihn beim Wort nehmen sollen. Mein Gott, das wäre ein Verlust gewesen.
Denn was sich da nach Öffnen des Vorhangs entsponnen hat, durfte nicht versäumt werden. Im Mai werden es 50 Jahre, dass „Endspiel“ in Paris uraufgeführt wurde. Immer wieder wurde nach dem Sinn, nach Erklärungen gesucht. Der Titel des Stückes bezeichnet in der Terminologie des Schachs die letzte Phase und Beckett selbst beschreibt sein Stück als bloßes Spiel. Hamm ist blind, kann nicht gehen, sitzt fest in einem Stuhl mitten auf der Bühne. Clov, sein Diener, kann nicht sitzen, in Bregenz dafür aber tanzen. Beide leben sie, gemeinsam mit den beinamputierten Eltern von Hamm in einer absurden Arche Noah. Außerhalb existiert nichts und wird wahrscheinlich nie mehr etwas existieren. Die Welt wurde auf einen kleinen Globus reduziert, hängend im Dunkel dieses eigenartigen Universums.
Witzige Ideen
Ursula N. Müller baute eine Art Spieltisch, auf dem Hamm in der Mitte thront, darunter versteckt die Eltern Nell und Nagg, weggesperrt, sich windend im eigenen Dreck. Wenn sich die Klappen öffnen, lässt Regisseur Rüdiger Pape diese hässlichen, nackten Alten mit einer Mischung aus Pathos und groben Effekten die Variationen der Rebellion und Resignation durchexerzieren. Eva Horstmann und Peter Herff überzeugen eindrucksvoll.
Die Magie dieser Inszenierung entsteht aus der ideenreichen Verbindung von Sprach- und Bewegungsregie, die durch die zarte Musik noch zusätzliche Akzente erhält.
Pape präsentiert eine sehr phantasie- und humorvolle Interpretation, gespickt mit witzigen Ideen, Slapsticks, ohne die Tiefen des Stückes zu verlieren. Während der Text sarkastischen Humor versprüht und das Lachen im Halse stecken bleibt, wirkt das Spiel erlösend und bringt die Figuren sehr nahe. Die Regie ist dem Text tief auf den Grund gegangen und hat die kleinsten Stimmungsbilder herausgearbeitet. Müllers Ausstattung unterstützt dieses Theater des freien Phantasierens, gemeinsam mit den Lichtstimmungen Arndt Rösslers.
Franz Nagel als Hamm gibt einen starken Tyrannen mit sehr sanften Momenten. Festsitzend auf seinem Thron spielt er mit ungeheurer Vielfalt und Energie. Clov, wunderbar Mario Plaz, ist ein Clown, der mit der Leiter tanzt, verzaubert und tröstet in diesem hoffnungsarmen Spiel.
Der Abend war eine Freude, ein Gewinn.
(Vorarlberger Nachrichten)
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Und weiter hoffen auf Sinn Samuel Beckett’s „Endspiel“ im Bregenzer Theater am Kornmarkt
Hamm (Franz Nagel), der Tyrann, und Clov (Mario Plaz), sein Diener, haben sich in einer ausweglosen Symbiosebeziehung verstrickt. Sie hassen sich, aber sie kommen nicht voneinander los. „Nichts ist komischer als das Unglück“, schreibt Beckett in seinem Endspiel und in diesem Sinne hat Rüdiger Pape in seiner Inszenierung am Landestheater Vorarlberg das Komödiantische, das Clowneske betont.
[…] Hamm drangsaliert seine beiden Eltern Nell (Eva Horstmann) und Nagg (Peter Herff) bis zu ihrem Hungertod. Gerade da, wo das Elend am Größten ist, hier bei diesen armen alten Gespenstern, ist so etwas wie Menschlichkeit spürbar, Liebe und Erinnerung an eine freundliche Vergangenheit.
Großartiges Theater, fantastisches Bühnenbild von Ursula N. Müller.
(Der Standard / Österreich)
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Ein tragikomisches Spiel Ein sehenswertes „Endspiel“ von Samuel Beckett in einer Inszenierung von Rüdiger Pape im Vorarlberger Landestheater.
Bereits der Anfang wird vom Ende dominiert. „Ende“ ist das erste Wort, das Clov (Mario Plaz) in Samuel Becketts „Endspiel“ vor dem geschlossenen Vorhang im Bregenzer Kornmarkttheater an das Publikum gewendet sagt. Das Ende wird durchgespielt in dieser ideenreichen und stimmigen Inszenierung von Rüdiger Pape, die, eigentlich im Gegensatz zum Inhalt mit vier bewegungsbehinderten Figuren, voller Dynamik und Schwung daherkommt.
Lustvoll souverän
Mario Plaz als Diener und Franz Nagel als sein gelähmter Gebieter Hamm geben ein wunderbar komödiantisches Duo, das durch lustvolles, präsentes Spiel einerseits und leise, weise Töne und sehr souverän gestaltete Differenzierungen andererseits beeindruckt. Sie zeigen dieses Paar, das seit Jahrzehnten in Hass-Liebe aneinander gebunden zu sein scheint, ohne Aussicht auf Entkommen. Jedem Fluchtgedanken von Clov liegt das Scheitern bereits inne. Zugleich hat ihr endlos scheinendes, sich (scheinbar) wiederholendes Spiel im Umgang miteinander und ihrem Dasein den Charakter einer Beziehung zweier Menschen, die ohne einander nicht können – mit allen Sticheleien und kleinen Gehässigkeiten und einer Perspektivlosigkeit, die sich in dieser Umgebeung ohne Zeit und Ort festgesetzt hat. Der aber in der Inszenierung Humor und Witz entgegen gehalten werden.
Lebende Untote
Ausstatterin Ursula N. Müller stellt Hamm im reduzierten Bühnenbild auf eine schiefe Fläche, seine beinamputierten Eltern Nagg (Peter Herff) und Nell (Eva Horstmann) kommen – ausstaffiert als lebende Untote – manchmal aus Luken zum Vorschein, die sich im Boden dieser Fläche befinden – „Leichen im Keller“. Ein altes Ehepaar,das in Erinnerungsfetzen auch einmal einen Anflug von Zärtlichkeit erkennen lässt, zumeist aber zwischen Aufbegehren und Abgestumpfheit dahinvegetiert, bis sie wieder weggesperrt werden. Genauso beiläufig stirbt Nell dann irgendwann.
Peter Herff und Eva Horstmann changieren hier gekonnt zwischen Komik und Tragik und halten die beiden Pole in Balance – ein Aspekt, der sich durch das gesamte Stück zieht.
Eine phantasievolle, witzige, melancholische und poetische Produktion mit ausgezeichneten Darstellern.
(Die Neue / Österreich) _______________________________________________________________
DIE KAHLE SÄNGERIN
„Ionescos Kahle Sängerin ist Teil der Gründungslegende des absurden Theaters ... Von übertriebener Ehrfurcht ist in der Inszenierung von Florian Lutz jedoch nichts zu sehen. Vielmehr hat er mit seinem Ensemble einen Weg gefunden, den Abstieg vom Alltagsgespräch bis zur Auflösung der Sprache und Umgangsformen konsequent und zeitgemäß umzusetzen. Das gilt für's Spiel wie für Bühnenbild und Kostüme. Nicht nur der durch Projektionen geschaffene Raum verändert sich ständig. Die ganze Situation ist in erkennbarer Auflösung begriffen und setzt sich nach und nach zu einer neuen, absurden aber durchaus sinnlichen Wirklichkeit zusammen. Die Herausforderung, diese mit Leben zu füllen, wird von den Machern auf unterhaltsame Weise gemeistert.“
(Kölner Stadtrevue)
„... Eine Farce auf die Ehe, und der Dialog könnte einfach nur aberwitzig komisch sein - wenn nicht Regisseur Florian Lutz im Theaterhaus die Flucht in tiefgründelnde Kunstmodernismen angetreten hätte. Bei ihm wird die Szene gesplittet: Surreal-Alptraumhaftes setzt sich als TV-Soap fort, in der die Schauspieler die Szene als Projektionen auf der Bühnenwand spielen. So stehen schließlich Schmonzette und traurig-schaurige Bühnenrealität nebeneinander: Ein kluger Einfall.
... Liebevoll hat der Regisseur mit seinen Darstellern peinlich-stumme Szenen zwischen den Paaren zu bissig karikierenden Pantominen choreografiert. Und eine knallige Bühnenästhetik rettet das Stück vor 50er Jahre Mief.“
(Kölnische Rundschau)
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